Mittwoch, 17. Februar 2010

16) Die Unterstadt







Die Schwemmnotte
bildete schon in früher Zeit die Grenze zwischen Alt- und Neustadt; eine Funktion, die sie überwiegend bis in die neuere Zeit bei der Trennung von Unter- und Oberstadt behielt.



Die Unterstadt
war mit der St.Blasiuskirche eigentlich der ältere Teil der Stadt. Die später auch so bezeichnete Altstadt erstreckte sich westlich der Marktsiedlung bei St.Kiliani und wurde dann nach Westen bei St.Jakobi erweitert. Von St.Blasius aus erfolgte dann auch die planmäßige Einordnung weiterer Bauten der Stadt, sowie die Planung der Neustadt, der späteren Oberstadt.




Der Kristanplatz wurde nach dem Deutschordensherren Kristan von Mühlhausen benannt, der wesentlich den Neubau der St.Blasiuskirche und des ehemaligen Ordenshofes vorantrieb, auf dessen Gelände 1870 das neue Gymnasium eröffnet wurde.













Die Brunnenkressstraße führte zu der noch im 13. Jahrhundert angelegten Neuen Pforte.
Das alte Bäckerhaus an der Ecke stammt aus dem Jahre 1631. Noch älter sind die ehemaligen Klosterhöfe am Untermarkt aus dem 1300 Jahrhundert.
Ganz neu ist dagegen das Sparkassengebäude, das an der Stelle des 1969 eröffneten Hotels Stadt Mühlhausen entstand.




1578 wurde das spätere "Gendarmeriehaus" zwischen Linsenstraße und Barfüßergasse gebaut und auch die kleinen Häuser am Bach-Platz westlich der Kirche sind mehrere hundert Jahre alt.




Auch in der Felchtaer Straße gibt es mehrere repräsentative Bürgerhäuser aus dem 16. - 18. Jahrhundert; wie das alte Färberhaus von 1577, das direkt über der Schwemmnotte erbaut wurde.
Am Ende der Felchtaer Straße stand das 1837 abgebrochene Felchtaer Tor. ein hoher vierstöckiger Bau. ähnlich wie das heute noch vorhandene äußere Frauentor.








Die Jakobikirche, als Mittelpunkt der westlichen Altstadt-erweiterung, hatte ebenfalls einen romanischen Vorgängerbau.
Hier in der Nähe der Schwemmnotte befanden sich mehrere alte Höfe, zu denen auch die restaurierte Kemenate und das frühbürgerliche Haus aus dem 13. Jahrhundert gehörten.












Neues und altes, wie hier im Badergäßchen und in der Lattermannsgasse, zeigen die Vielfalt der Bebauung in der Innenstadt.







Der frühere Weiße Schwan in der Rastraße gehört heute ebenso wie die alten Bauten in der Neuen Straße zur Stadtver-waltung. Während die meißten Straßen und Gassen der Innenstadt seit dem Mittelalter fast unverändert blieben, war die Neue Straße erst nach der Reformation auf dem Gelände des Barfüßerklosters entstanden.
An das ehemalige Kloster erinnert heute nur noch die Kornmarktskirche und der Name der Barfüßergasse.






Auf dem Damm fließt die Schwemmnotte noch wie eh und je an den früheren Gerberhäusern entlang und auch Unterm Nußbaum stehen noch einige der typischen Handwerkerhäuser.








Die Erfurter Straße führte vom Untermarkt zum Erfurter Tor, das ebenfalls 1840 abgebrochen wurde. Einige Häuser waren hier nach dem Stadtbrand von 1707 neu errichtet worden.
Auch in der Röblingstraße, der Kilianistraße und in der Görmarstraße, sind die meißten der heutigen Häuser erst nach den großen Stadtbränden entstanden.
Das Görmartor - ein wichtiges Tor zu den Straßen im Norden und Osten - wurde 1850 abgebrochen.
Wie bereits aufgezeigt, war der Bereich um St.Kiliani als Marktsiedlung noch älter als die eigentliche Altstadt bei St.Blasius. Es wurde sogar vermutet, daß die St.Kilanislinde, unter der um 1200 das Heimbürgengericht tagte, früher eine thüringer Thingstätte war. Außer der Kilianikirche erinnert hier aber nichts mehr an frühere Zeiten.










Übrigens -,
natürlich hat auch die Unterstadt mehr zu bieten, als nur ein paar historische Angaben zu alten Kirchen und Stadttoren ..., aber es ist ja noch allerhand Platz für weitere Posts vorhanden.
Also nicht verzagen und ruhig weiter nachschauen, was "Mühlhausen - Geschichte und mehr" so bietet. Es wird noch eine Weile dauern, bis mir die Themen ausgehen. :-)

Kommentare:

  1. Sehr schön. Haben Sie eine Ahnung von der früheren Hausnummerierung im 18 Jh.?
    Ich suche die Erfurter Straße 590. Steht das Haus eventuell noch? Danke

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    1. Leider habe ich darüber keine Aufzeichnungen. Ich weiß lediglich, daß die heutige Nr.1 (Cafe Schikore) früher die Nr.505 hatte.. Konkrete Auskaunft kann bestimmt das Stadtarchiv geben. bzw. man kann dort in ein entsprechendes Verzeichnis Einsicht nehmen ..

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